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pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Tochter des jüdischen Volkes wie Ester
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Mitpatronin Europas
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pfeil Wortgottesdienst Hl. Edith Stein - die Heilige
 
 
Edith Stein - die Heilige
 

Lied: Wohl denen, die da wandeln (GL 614)


Einführung

Papst Johannes Paul hat am 11. Okt. 1998 Edith Stein in Rom heiliggesprochen. In seiner Predigt zur Seligsprechung am 1. Mai 1987 in Köln sagte er:
"Wir verneigen uns tief vor dem Zeugnis des Lebens und Sterbens von Edith Stein, der herausragenden Tochter Israels und zugleich Tochter des Karmels, Schwester Theresia Benedicta vom Kreuz, einer Persönlichkeit, die eine dramatische Synthese unsers Jahrhunderts in ihrem reichen Leben vereint..."
Wir wollen in diesem Gottesdienst nachspüren, was es heißt, heilig zu sein und heilig zu werden, wie Edith Stein heilig sein versteht, und wir wollen den heiligen Gott feiern im eucharistischen Mahl.

Jesus Christus, der uns alle zur Heiligkeit ruft, grüßen wir zu Beginn unserer Feier und bitten ihn um sein Erbarmen.


Kyrie

Herr Jesus Christus,
du bist der Sohn des ewigen Vaters: Herr, erbarme dich!

du rufst Menschen, dir zu folgen: Christus, erbarme dich!

du bist verherrlicht in deinen Heiligen: Herr, erbarme dich!

Der gütige Gott erbarme sich unser. Er heilige uns in der Wahrheit. Ihm sei Lob und Ehre in Ewigkeit.


Tagesgebet (oder: Tagesgebet vom Gedenktag)

Heiliger Gott,
in dieser Feier lenkst du unseren Blick auf Sr. Theresia Benedicta vom Kreuz, Edith Stein, auf ihr heiliges Leben und Sterben. Auf ihre Fürsprache heilige auch uns und führe uns zur Vollendung bei dir.
So bitten wir durch Jesus Christus. Amen.


Lesung (oder: Eph 1, 3-11)

Am 23. Juli 1918 schreibt Edith Stein an ihre Schwester Erna:

"Es scheint mir jetzt manchmal, als ob Ihr mich alle gewaltig überschätztet, und ich fühle mich recht beschämt dadurch. Ich bin ja durchaus keine Heilige und habe ebenso gut meine schwachen Stunden wie jeder andere. Übrigens glaube ich, dass es auch für einen Heiligen nicht erforderlich ist, allen Wünschen und Hoffnungen und allen Freuden der Welt zu entsagen. Im Gegenteil: Man ist auf der Welt, um zu leben, und soll alles Schöne, was es gibt, dankbar hinnehmen. Man soll nur nicht verzweifeln, wenn es anders geht, als man sich's gedacht hat. Man soll dann an das denken, was einem noch bleibt, und auch daran, dass man hier doch schließlich bloß zu Besuch ist und dass alles, was einen jetzt so schrecklich bedrückt, am Ende gar nicht so wichtig ist oder doch eine ganz andere Bedeutung hat, als man jetzt erkennen kann."


Evangelium nach Johannes (Mt 5, 1-12)

Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.


Predigtgedanken

1. Der Papst hat Edith Stein vor 11 Jahren, am 1. Mai 1987, wenige Tage vor seinem Besuch in Speyer, in Köln selig gesprochen. Am 11. Oktober dieses Jahres hat er sie heiliggesprochen.

2. Im Brief an ihre Schwester - vgl. Lesung - bekennt Edith Stein, das sie durchaus keine Heilige ist; und sie macht sich ihre Gedanken, was Heiligkeit wohl ausmache.

3. Im Evangelium hören wir, wie und wen Jesus selig spricht. Auch er greift zurück auf das alltägliche Leben. Am Anfang der Seligpreisungen stehen Verhaltens-weisen, die eher einen Mangel darstellen: arm, in Trauer, gewaltlos sein, Hunger und Durst nach Gerechtigkeit haben. Diese Seligpreisungen beschreiben Menschen, die mit leeren Händen und offenem Herzen vor Gott stehen.
Die folgenden Seligpreisungen drücken ähnliches positiv aus: barmherzig sein, sich um ein reines und lauteres Herz bemühen, Frieden stiften. Zuletzt spricht Jesus die selig, die sich selbst auf den Weg Jesu einlassen; das kann u. a. der Weg der Verfolgung sein, der am Kreuz endet.

4. Jesus spricht Menschen selig, die eine ganz bestimmte Lebensweise haben: Menschen, die auf Gott hin leben, die ihn suchen, die nach seinem Willen fragen und ihm folgen; es sind Menschen, deren Leben sich als Licht in der Welt erweist, und die dadurch mit bauen am Reich Gottes.

5. Um nichts anderes ging es Edith Stein. Auch wenn sie es lange nicht gewusst hatte, kann sie am Ende ihres Lebens sagen, dass ihr ganzes Leben ein Suchen nach Sinn und Wahrheit war. "Wer die Wahrheit sucht, sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht", ist eine fast sprichwörtlich gewordene Aussage von ihr. Ihre Lebensgeschichte lässt dieses Suchen und Ringen nach der Wahrheit und nach Gott in all seinen Phasen erkennen.
(Hier ist es angebracht, einige Begebenheiten aus ihrer Lebensgeschichte zu nennen.)

6. In Edith Stein haben wir eine Frau unserer Tage, deren Verhaltensweisen den im Evangelium genannten entspricht - von der ersten: arm sein, bis hin zur letzten: Verfolgung und Tod. Jesus spricht solche Menschen selig.

7. Wenn der Papst Edith Stein selig und heilig spricht, so ist dies nur eine feierliche, kirchenamtliche Bestätigung dessen, was Edith Stein aufgrund ihres Lebens und Sterbens ist: selig in der Herrlichkeit Gottes. Für uns kann sie eine Frau aus unserer jüngsten Vergangenheit sein, an deren Leben wir sehen, was es heißt, entsprechend der Bergpredigt zu leben und zu sterben.
Ihre Heiligsprechung kann uns Anlass sein, uns mit dem Leben dieser großen, nicht immer bequemen und in vielem modernen Frau zu befassen. Sie hat uns viel zu sagen.


Fürbitten

Gott hat uns in Jesus Christus erwählt seine Töchter und Söhne zu werden. Auf die Fürsprache der hl. Edith Stein bitten wir ihn:

Für alle Menschen, die die Wahrheit suchen:
dass sie Mitmenschen begegnen, die sie zu dir führen.


Für alle, die zum Glauben an dich gekommen sind:
dass sie das Evangelium immer mehr begreifen und den Mut finden, danach zu leben.


Für alle, die sich einsetzen für Frieden und Gerechtigkeit:
dass sie vor Schwierigkeiten nicht zurückschrecken und bei Rückschlägen nicht mutlos werden.


Für alle, die ein schweres Los zu tragen haben:
dass sie im Kreuz deines Sohnes Trost und Hoffnung finden.


Für all unsere Verstorbenen:
dass sie mit Edith Stein und allen Heiligen bei dir Wohnung und Heimat finden.


Gott, dich ehren wir, wenn wir die Heiligen ehren. Dir sei Lob und Preis in Ewigkeit. Amen.


Text zur Entlassung

Edith Stein schreibt in einem Brief vom 12. Februar 1928 an Schwester Callista Kopf OP:
In der Zeit unmittelbar vor und noch eine ganze Weile nach meiner Konversion habe ich nämlich gemeint, ein religiöses Leben führen heiße alles Irdische aufgeben und nur im Gedanken an göttliche Dinge leben. Allmählich habe ich aber einsehen gelernt, dass in dieser Welt anderes von uns verlangt wird und dass selbst im beschaulichsten Leben die Verbindung mit der Welt nicht durchschnitten werden darf. Ich glaube sogar, je tiefer jemand in Gott hineingezogen wird, desto mehr muss er auch in diesem Sinn "aus sich herausgehen", d. h. in die Welt hinein, um das göttliche Leben in sie hineinzutragen.