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pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Tochter des jüdischen Volkes wie Ester
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Mitpatronin Europas
pfeil Wortgottesdienst Hl. Edith Stein - auf der Suche nach einem neuen Frauenbild
pfeil Wortgottesdienst Hl. Edith Stein - die Heilige
 
 
Edith Stein - auf der Suche nach einem neuen Frauenbild
 

Einführung

Unser Gottesdienst steht unter dem Leitwort "Edith Stein - auf der Suche nach einem neuen Frauenbild".
In besonderer Weise ist Edith Stein mit unserer Diözese und mit Speyer verbunden. Nachdem sie in Bad Bergzabern am 1. Januar 1922 getauft wurde, empfing sie in Speyer das Sakrament der Firmung.
Acht Jahre war sie im Dominikanerinnen Kloster St. Magdalena in der Mädchenbildung als Lehrerin und Pädagogin tätig. Die Menschen, die ihr in Speyer begegneten, waren von der Weite ihres Geistes und Herzens zutiefst beeindruckt. Sie war gelehrige Konvertitin und unermüdliche Beterin, sie war Lehrerin und Wissenschaftlerin, sie war Philosophin und Mystikerin, sie war Frauenrechtlerin und gefeierte Rednerin für ein neues Frauenbild.
"Die Kirche braucht uns - d.h. der Herr braucht uns. Nicht als ob er ohne uns nicht fertig werden könnte. Aber er hat uns die Gnade geschenkt, uns zu Gliedern seines mystischen Leibes zu machen und will uns als seine lebendigen Glieder gebrauchen." So ruft sie den Frauen zu.
In der Betrachtung ihres Lebens und Wirkens als Frau sind Spuren des Lebensweges Jesu zu entdecken, der sie und alle seine Jüngerinnen als lebendige Glieder seines Leibes in die Nachfolge gerufen hat.


Gebet

Lebendiger Gott,
du Gott Saras, Rebekkas und Rachels, du hast die heilige Edith Stein mit reichen Gaben des Geistes und des Herzens beschenkt. Du hast sie zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und in die Nachfolge deines gekreuzigten und auferstandenen Sohnes gerufen. Lass alle Menschen wie Edith Stein in ihm das Heil erkennen und durch ihn zum ewigen Leben gelangen. Darum bitten wir dich durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.


Hinführung zu den biblischen Texten

Die Gedanken und Worte unseres Gottesdienstes haben ihre Wurzeln in den biblischen Texten, die wir nun hören werden.
Paulus und Johannes sprechen zu uns zum Grundthema unseres Gottesdienstes "Auf der Suche nach einem neuen Frauenbild". Eine zentrale Aufgabe für Edith Stein ist in ihrer Speyerer Zeit, die Stellung der Frau in Gesellschaft und Kirche zu beleuchten und auf neue Wege zu bringen. Es gehört zu ihrer Eigenart, sehr früh sich anbahnende Entwicklungen zu erspüren, abzuwägen und dem erkannten Guten den Wag bahnen zu helfen. Es ist erstaunlich, mit welcher Vorausschau und Sicherheit sie für unsere Zeit, für die Frauen, für unsere gegenwärtigen Anliegen in der Frauenfrage Aussagen macht, die uns heute helfen. Sie machen einsichtig für unser Frauendasein und stärken uns den Rücken, wenn wir für die Gleichstellung von Frau und Mann eintreten. Sie hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, als Frau zurück gesetzt zu werden, verkannt zu werden. Doch ist es ihr gelungen, Weichen für die Zukunft "ihrer Schwestern", der Frauen heute, zu stellen. Zitate aus ihrem Werk "Frauenbildung und Frauenberufe" lassen erkennen, daß Edith Stein das Verhältnis Jesu zur Frau und die Stellung der Frau in der Urkirche ins Bewußtsein ihrer Zeit gehoben und an denVerhältnissen ihres Erfahrungsbereiches mutig Kritik geübt hat.


Lesung a. d. Brief des Apostels Paulus an die Römer (Röm 16,1-7, 12-16)

Am Ende seines Briefes an die Gemeinde in Rom grüßt Paulus alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei wird deutlich, wie die junge Kirche von Frauen und Männern getragen wird.

Ich empfehle euch unsere Schwester Phöbe, die Diakon der Gemeinde von Kenchreä ist. Nehmt sie im Namen des Herrn auf, wie es Heilige tun sollen, und steht ihr in jeder Sache bei, in der sie euch braucht; sie selbst hat vielen, darunter auch mir, geholfen.
Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus, die für mich ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben; nicht allein ich, sondern alle Gemeinden der Heiden sind ihnen dankbar. Grüßt auch die Gemeinde, die sich in ihrem Haus versammelt. Grüßt meinen lieben Epänetus, der die Erstlingsgabe der Provinz Asien für Christus ist. Grüßt Maria, die für euch viel Mühe auf sich genommen hat.
Grüßt das ganze Haus des Aristobul. Grüßt Herodion, der zu meinem Volk gehört. Grüßt alle aus dem Haus des Narzissus, die sich zum Herrn bekennen. Grüßt Tryphäna und Tryphosa, die für den Herrn viel Mühe auf sich nehmen. Grüßt die liebe Persis; sie hat für den Herrn große Mühe auf sich genommen. Grüßt Rufus, der vom Herrn auserwählt ist; grüßt seine Mutter, die auch mir zur Mutter geworden ist. Grüßt Asynkritus, Phlegon, Hermes, Patrobas, Hermas und die Brüder, die bei ihnen sind. Grüßt Philologus und Julia, Nereus und seine Schwester, Olympas und alle Heiligen, die bei ihnen sind. Grüßt einander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi.


Evangelium nach Johannes (Joh 20, 11-18)

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.


Predigtgedanken

1. Inzwischen gehört es zum kirchlichen Allgemeingut, das Evangelium von der Erscheinung des Auferstandenen und die Beauftragung Marias von Magdala mit den Augen von Frauen zu lesen, bzw. mit den Ohren von Frauen zu hören:
Es ist bemerkenswert, dass der Auferstandene sich zuerst einer Frau offenbart, und dass er sie zur ersten Verkünderin der Auferstehungsbotschaft beruft. Es ist bemerkenswert, dass weder Johannes, der Lieblingsjünger, noch Petrus, der Fels, diejenigen sind, denen der Auferstandene zuerst erscheint, sondern Maria von Magdala und den Frauen.

2. Der Auferstandene nimmt Maria von Magdala in seinen Dienst. Er beauftragt und bevollmächtigt sie, die Auferstehungsbotschaft zu verkünden. "Der Herr braucht uns" so drückt es Edith Stein aus, und sie meint damit die Frauen. Er will die Frauen als lebendige Glieder gebrauchen.

3. Edith Stein folgert daraus: "Die Kirche braucht uns." Doch gleichzeitig erlebt und erfährt sie - und sie sagt es dann auch - dass nach dem damaligen Kirchenrecht von einer Gleichstellung von Mann und Frau nicht die Rede sein kann, da die Kirche die Frau von allen geweihten Ämtern ausschließt. Weiter stellt sie nüchtern und klar fest: "Der heutige Stand ist eine Verschlechterung gegenüber den Frühzeiten der Kirche, in denen Frauen amtliche Funktionen als geweihte Diakonissen hatten."

4. Auch nach dem "neuen" Kirchenrecht (1983) hat sich daran nichts Wesentliches geändert. Und heute, wo die Erkenntnisse Edith Stein's fast schon zum theologischen Allgemeinwissen gehören, scheint sich die Verschlechterung gegenüber der Frühzeit der Kirche, von der Edith Stein spricht, - was die Ämterfrage angeht - zementiert zu haben.

5. Es ist müßig, zu mutmaßen, wie Edith Stein heute über die Frauenfrage in der Kirche denken und reden würde.
Aber dass Frauen in der Kirche heute auf diese Seite von Edith Stein besonders aufmerksam machen, ist wohl verständlich. Dass dies auch im Zusammenhang mit ihrer Heiligsprechung geschieht, tut weder dem einen, den frauenrechtlichen Aussagen, noch dem anderen, der Heiligkeit von Edith Stein, Abbruch. Edith Stein lässt sich nicht aufteilen in Jüdin und Christin, in Philosophin und Pädagogin, in Frauenrechtlerin und Ordensfrau. Als die eine Edith Stein ist sie heilig und heilig gesprochen, verehrungswürdig und Vorbild.
So ist es zulässig und nicht abwegig, wenn Frauen (und Männer) in der Kirche in ihrer Diskussion um die Stellung der Frau in der Kirche Edith Stein als Fürsprecherin ehren:
heilige Teresia Benedicta - Edith Stein, bitte für uns.


Meditation (aus Edith Stein, Über die eucharistische Erziehung, 1930)

"Der Heiland erwartet uns,
um all unsere Lasten auf sich zu nehmen,...
uns zu helfen als treuester,
immer gleichbleibender Freund.
Zugleich lässt er uns sein Leben mitleben ...
Dann werden wir aus der Enge
unseres Daseins herausgehoben
in die Weite des Gottesreiches ...
Alle Einsamkeit hört auf,
wir sind unanfechtbar geborgen
im Zelt des Königs,
wandeln in seinem Licht."


Fürbitten

Vereint mit der Fürbitte der heiligen Teresia Benedicta - Edith Stein - lasst uns zu unserem Heiland Jesus Christus beten:

Für unsere Kirche, in der wir alle durch die Taufe zu Brüdern und Schwestern wurden. Laß in der Kraft des Heiligen Geistes alle Charismen fruchtbar werden in den Gemeinden und in der Weltkirche, damit Gottes Reich sich entfalte.
Christus, Haupt der Kirche: wir bitten dich erhöre uns.


Für alle Frauen, die sich verantwortungsvoll den Aufgaben unserer Zeit stellen. Lass sie in Beharrlichkeit für die Verbesserung der Stellung der Frau in Gesellschaft und Kirche arbeiten. Gib, dass sie in der Öffentlichkeit Verständnis finden, aber auch Mut und Selbstbewusstsein in den Reihen der Frauen.
Christus, du Freund der Menschen: wir bitten dich erhöre uns.


Für unsere Schwestern in allen Teilen der Welt, die als Frauen gedemütigt und unterdrückt, vergewaltigt und versklavt werden. Sie leiden körperlich und seelisch oft bitterste Qualen. Unterstütze ihre Hilferufe nach Befreiung und mache uns stark im Helfen.
Christus, du Helfer der Armen: wir bitten dich erhöre uns.


Für uns, die wir hier versammelt sind, für unsere Gemeinschaft. Durch Taufe und Firmung haben wir deinen Geist empfangen. Laß uns dir wie Edith Stein folgen und mit unseren Verstorbenen zum Ziel unseres Lebens gelangen:
Christus, du Quelle des Lebens: wir bitten dich erhöre uns


Gott, Schöpfer des Lebens, als Mann und Frau sind wir dein Abbild in dieser Welt, gerufen und befähigt, beauftragt und geheiligt durch deinen Sohn. Dir sei Lob und Ehre durch ihn, Jesus Christus, im Heiligen Geist. Amen.


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