Aktuelles Biografie Pfalz Deutschland International Literatur Gästebuch
Gewählte Sprache: German English French Pol Esp Aktualisiert am 16.07.2017 Sie sind der 162469. Besucher seit dem 18.11.2007
 
Literatur & Medien    
     
Edith-Stein-Medien  

 

 

Gottesdienste  
Stundengebet  
Gebet der hl. Edith Stein und Lied  
Literaturliste der Diözesanbibliothek Speyer zu Edith Stein
 
Bestellmöglichkeiten

 

Gottesdienste
 
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Teresia Benedicta vom Kreuz
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Vom Kreuz gesegnet
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Tochter des jüdischen Volkes wie Ester
pfeil Meßformular Hl. Edith Stein - Mitpatronin Europas
pfeil Wortgottesdienst Hl. Edith Stein - auf der Suche nach einem neuen Frauenbild
pfeil Wortgottesdienst Hl. Edith Stein - die Heilige
 
 
Meßformular Hl. Edith Stein - Tochter des jüdischen Volkes wie Ester
 

Einleitung

Edith Stein, Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz, wie sie mit Ordensnamen heißt, wurde am 12. Oktober 1891 als Jüdin in Breslau geboren und wurde als Angehörige des jüdischen Volkes am 9. August 1942 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Sie ist eine der großen jüdisch-christlichen Frauengestalten dieses Jahrhunderts. Sie ist Philosophin und Pädagogin, Frauenrechtlerin, Mystikerin und Ordensfrau. In all ihrer Vielseitigkeit bleibt sie immer eine Tochter des jüdischen Volkes. Als solche ging sie den Weg nach Auschwitz mit ihrem Volk, als Christin ging sie für ihr Volk.
Papst Johannes Paul II hat Edith Stein am 11. Oktober 1998 heilig gesprochen.



Kyrie-Rufe

Herr Jesus Christus,


Edith Stein ist wie du und deine Mutter Kind des jüdischen Volkes: Herr, erbarme dich.
Du hast sie in deine Nachfolge gerufen: Christus, erbarme dich.
Für und mit ihrem Volk hat sie Leid und Tod als Kreuzesnachfolge auf sich genommen: Herr, erbarme dich.



Tagesgebet

Gott unserer Väter und Mütter im Alten Bund, unser Vater, Du hast Edith Stein aus deinem Volk zum Glauben an Jesus Christus, den Erlöser aller Menschen, geführt. Sei allen nahe, die sich zu dir bekennen, damit sie mit gläubigem Herzen vor dir leben und in dir das Heil finden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.


Lesung aus dem Buch Ester (Esther 4,17k und 17,l-m)


Evangelium nach Johannes (Joh 15, 9-16a)



Predigtgedanken

1. Immer wieder hören wir von Frauen, die in extremen Situationen über sich hinausgewachsen sind und nahezu unmögliches vollbringen.

2. Von einer solchen biblischen Frau spricht das Buch Esther, in dem es um die Abwendung einer drohenden Judenverfolgung im Perserreich geht. Haman, der zweite Mann es Reiches, hasst die Juden und erwirkt einen Erlass vom König Artaxerxes, die Juden auszurotten. Unter Lebensgefahr geht Ester zum König, um für ihr Volk zu bitten. (Das Gebet der Ester, das in der Lesung vorgetragen wurde, spricht davon.)
Sie erlangte das Wohlwollen des Königs und erreichte den Sturz Hamans. Der Erlass, der die Ausrottung befahl, wurde aufgehoben. In einem neuen Erlass erlaubt der König den Juden, sich ihrer Feinde zu wehren.

3. Edith Stein fühlt sich in besonderer Weise Ester verbunden. "Ich muss immer wieder an die Königin Esther denken, die gerade darum aus ihrem Volk genommen wurde, um für das Volk vor dem König zu stehen", schreibt sie 1938 an ihre Schwester, angesichts der immer stärker werdenden Judenverfolgung im Deutschen Reich.

4. Edith Stein identifiziert sich mit der Gestalt Esters und sieht darin ihren eigenen Auftrag vorgezeichnet.
Wie die biblische Ester durch ihr unerschrockenes Eintreten für ihr Volk vor dem mächtigen Perserkönig die Gefahr abwenden konnte, so möchte sie, die "wiederkehrende Ester", durch ihr solidarisches Eintreten vor dem barmherzigen König Christus Rettung für ihr Volk erwirken.
"Ich bin eine sehr arme und ohnmächtige kleine Ester, aber der König, der mich erwählt hat, ist unendlich groß und barmherzig." (aus dem Brief an ihre Schwester 1938)

5. Ihr solidarisches Eintreten zeigt sich aber auch im konkreten Eintreten für ihr Volk. Engagiert und mutig tritt sie antisemitischen Äußerungen entgegen, ohne Rücksicht auf ihre eigene Person.
1933 hat sie den Plan gefasst nach Rom zu fahren, um in einer Privataudienz den Papst um eine Enzyklika zur Judenverfolgung zu bitten. Ihr Anliegen hat sie Papst Pius XI dann brieflich unterbreitet.
Gegen das erschreckende Zerrbild, das die Nationalsozialisten von jüdischen Menschen zeichneten, setzte sie mit ihrer Autobiographie "Aus dem Leben einer jüdischen Familie" ein Zeugnis gegen den damaligen Rassenhass.

6. Edith Stein ist und bleibt Tochter des jüdischen, "ihres" Volkes. Gerade in den schweren Zeiten der Verfolgung bleibt sie ihm treu und tut Menschen mögliches für ihr Volk.

7. Edith Stein, die aus einem jüdisch liberalen Elternhaus stammte und sich als Jugendliche selbst "Atheistin" nannte, hat durch die Hinwendung zum Christentum zu ihren jüdischen Wurzeln zurückgefunden. Es ist ihr ein Anliegen, dass auch andere aus ihrem jüdischen Volk den Weg zu Christus finden.
Sie bittet Gott, er möge ihr Leben und Sterben annehmen für ihr Volk. Sie selbst machte sich auf den Weg nach Auschwitz mit den Worten: "Komm, wir gehen für unser Volk."

8. Papst Johannes Paul II spricht (hat gesprochen) Edith Stein heilig. Neben der Verehrung die ihr nun "offiziell" zusteht, wird sie uns dadurch auch als besonderes Vorbild vor Augen gestellt.
Ihr vorbildhaftes Leben stellt an uns heute die Frage:

Wo wird heute von mir als Christin oder Christ, als Angehörige oder Angehöriger eines Volkes Solidarität gefordert?

Wo erleben wir heute Ungerechtigkeiten und Hass gegenüber Schwestern und Brüder, die von uns konkretes Eintreten für Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit erfordern?

9. Mit diesen Fragen und einem kurzen Gespräch in Kleingruppen könnte die Predigt enden.

10. Aus dem Gespräch heraus könnten Fürbitten formuliert werden.


Meditation (nach der Kommunion)

Herr, ohne Kraft, die du mir leihst,
kann ich nicht einen Schritt gehen.
Warum glaube ich nicht?
Warum schenk' ich dir kein Vertrauen?
Warum nehme ich dich nicht an,
der du mir näher bist
als ich mir selbst?
Ich scheue zurück vor dem Dunkel,
ich fürchte mich vor dem Weg,
der sich in der Nacht verliert.
Warum danke ich nicht für die
kleinen Lichter,
die Strahlen der Hoffnung?
Warum gehe ich nicht auf dich zu?
Herr, gib mir Weisheit,
die alles annimmt,
und das Gute behält.


www.edith-stein.com • Impressum, Kontakt & Haftungsausschluss